English
Menü

ARD will UEFA-Bilder nicht kennzeichnen

Die ARD will auch künftig nicht offen darauf hinweisen, dass sie von der UEFA produziertes Fremdmaterial in ihrer Berichterstattung von der Fußball-Europameisterschaft verwendet.

Es sei nicht geplant, UEFA-Material wie Interviews oder Magazinbilder in ARD-Programmen zu kennzeichnen, sagte der ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Entsprechende Hinweise würden nur bei Bildquellen eingeblendet, die „nicht überprüfbar sind oder an denen nach redaktioneller Prüfung Zweifel bestehen“, sagte er. „Jegliches Fremdmaterial wird vorab redaktionell geprüft, und wenn es als wert- und informationshaltig für den Zuschauer bewertet wird, wird es auch bei Bedarf verwendet.“

Den Vorwurf, dass vom EM-Veranstalter UEFA selbst produziertes Bildmaterial die kritische Distanz der ARD einschränken könnte, wies er zurück. Die journalistische Unabhängigkeit sei gewährleistet, „so lange die ARD immer auch mit mindestens einer eigenen Kamera im Stadion ist“, sagte Balkausky. Allerdings sei es nur in bestimmtem Umfang möglich, Manipulationen am UEFA-Weltbild mit eigenen Kameras zu verhindern. „Wir können nicht jeden Stadionwinkel selber beobachten.“ Man spreche aber mit der UEFA über diese Thematik.

Das Weltbild von den EM-Spielen wird im Auftrag der UEFA selbst produziert und den übertragenden Sendern zur Verfügung gestellt. Nach den Stadionkrawallen beim Spiel England gegen Russland, die die Weltbildregie nicht gezeigt hatte, hatten ARD und ZDF die UEFA kritisiert.