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Abgasaffäre: Kalifornische Umweltbehörde kündigt weitere Testergebnisse an

In der VW-Abgasaffäre hat die kalifornische Umweltbehörde weitere Testergebnisse zu Diesel-Autos anderer Hersteller angekündigt.

"Wir testen weiterhin mit Hochdruck an verschiedenen Standorten den Schadstoffausstoß von Diesel-Autos. Und wir werden in den nächsten Monaten die Resultate vorlegen", erklärte Mary Nichols, Leiterin der kalifornischen Behörde gegen Luftverschmutzung CARB, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet. "Wir untersuchen zur Zeit alle Diesel-Fahrzeuge, die in Kalifornien gefahren werden", sagte Nichols am Freitag vor deutschen und amerikanischen Journalisten in San Francisco. Die Regulierungsbehörde hatte vor einigen Wochen die Abgasaffäre rund um manipulierte Abgaswerte von Millionen VW-Diesel-Motoren ins Rollen gebracht.

VW habe bis zum 20. November Zeit, einen Plan vorzulegen, wie die Betroffenen Diesel-Fahrzeuge nachgerüstet werden können, sagte Nichols. "Wenn es keine technische Lösung gibt, droht die Stilllegung der Autos und zivilrechtliche Auseinandersetzungen mit den Kunden."

Die Behördenleiterin betonte, man habe Volkswagen nicht bewusst und Visier genommen. Kalifornien tue lediglich alles Notwendige, um die Luftverschmutzung zu reduzieren. "Ich habe immer auf dem Standpunkt gestanden, dass Regeln nur Sinn machen, wenn man sie auch durchsetzen kann", erklärte die Behördenleiterin. Die Untersuchung zu VW sei "ein langer Prozess" gewesen, der länger als ein Jahr gedauert habe. Die Behörde in Kalifornien habe während der Tests keinen Kontakt zur deutschen Regierung aufgenommen.

Allerdings habe sich Kanzlerin Angela Merkel bereits bei einem Besuch in Kalifornien im Jahr 2010 dem ehemaligen Gouverneur Arnold Schwarzenegger und ihr selbst als Vertreterin der Regulierungsbehörde über die strengen Grenzwerte für Diesel-Fahrzeuge beschwert, sagte die Behördenleiterin und warf der Regierungschefin eine besondere Nähe zur Autoindustrie vor. "Sie war sehr gut über unsere Gesetze informiert und erklärte uns, wir seien zu streng. Sie klang damals wie eine Sprecherin der Autoindustrie", sagte Nichols.