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Abgeordnete warnen vor Eskalation der Gewalt

Nach zahlreichen Hassbotschaften im Internet befürchten mehrere Bundestagsabgeordnete gewalttätige Auseinandersetzungen innerhalb der türkischen Gemeinde. Auch kritische Parlamentarier müssten mit Drohungen gegen Leib und Leben rechnen.

„Die in Deutschland lebenden Türken sind extrem politisiert“, sagte die grüne Abgeordnete Ekin Deligöz den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). „Selbst durch viele Familien und Freundeskreise geht ein Riss“, fügte Deligöz hinzu.

Die Abgeordnete hat nach eigenen Angaben bereits Morddrohungen von mutmaßlichen Anhängern des türkischen Präsidenten Erdogan über den Kurznachrichtendienst Twitter bekommen und das Bundeskriminalamt eingeschaltet. „An Hass im Internet habe ich mich ja gewöhnt“, sagt die Abgeordnete, „an Morddrohungen aber werde ich mich wohl nie gewöhnen.“

Auch die Parlamentarierin Cemile Giousouf von der CDU fürchtet, dass der Streit in Deutschland eskalieren könnte. „Wenn ich höre, dass die getöteten Putschisten in der Türkei kein religiöses Begräbnis bekommen sollen, ist das zutiefst beschämend“, sagte die Abgeordnete aus dem Ruhrgebiet. „Dadurch wird der gegenseitige Hass nur noch größer.“

Der  Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, appellierte an seine Landsleute, auf jegliche Form von Gewalt zu verzichten. „Ich rufe alle in Deutschland lebenden Türken auf, sich nicht von den Provokateuren der einen oder anderen Seite beeinflussen zu lassen“, sagt er dem RND. „Die Ursache dieses Putsches liegt sicher nicht in Deutschland, und deshalb sollte dieser Konflikt auch nicht nach Deutschland getragen werden“, so Sofuoglu weiter.