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Anis Amri nach der Tat in Nordrhein-Westfalen gesichtet

Der Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri ist den deutschen Behörden nur äußerst knapp entwischt.

Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) zufolge wurde der 24-jährige Tunesier zwei Tage nach dem Berliner Anschlag in Emmerich am Niederrhein in einem Bus gesehen. Dem Bundeskriminalamt (BKA) liege die Aussage eines glaubwürdigen Zeugen vor, berichten Sicherheitskreise. Die Unterkunft in Emmerich wurde am Abend desselben Tages durchsucht. Am Vortag hatten Behörden Dokumente Amris im Lastwagen in Berlin gefunden.

Der Attentäter sei am Mittwochmorgen, dem 21. Dezember, gegen 7 Uhr morgens in der Nähe seiner alten Unterkunft am Niederrhein aufgefallen. Das Heim „An der Tackenweide“ in Emmerich war seine letzte bekannte Adresse. Am 5. Dezember hatten ihn die Behörden dort von Amts wegen abgemeldet, weil Amri nicht mehr aufgetaucht war. Anscheinend hatte er dort aber noch Kleidung und Geld gelagert und für die Flucht geholt.

Bisher war bekannt, dass der Tunesier an diesem Tag um 11.30 Uhr auf dem Bahnhof von Nijmegen in Holland von einer Überwachungskamera gefilmt wurde.  Die niederländische Grenzstadt ist nur 40  Kilometer vom niederrheinischen Emmerich entfernt.

Die Zeugenaussage wirft ein neues Licht auf Amris Fluchtroute. Nun steht immer drängender die Frage im Raum, warum der Attentäter nicht von deutschen Polizisten  gefasst wurde. Aus Sicherheitskreisen verlautet zudem, Amri sei nicht nur bis zum Anschlag, sondern „bis zum Ende“ im Fokus der Behörden gewesen.

Heute ist der Fall Amri erneut Thema im Bundestag.  Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz forderte gegenüber dem RND „sofortige Aufklärung“. Statt täglich neue Vorschläge zu machen, „die absehbar allein das Ziel verfolgen, abzulenken und auf Zeit zu spielen, sollte sich die Bundesregierung endlich an die von ihr gemachten Zusagen erinnern“. Leiste die Koalition ihren Beitrag nicht, werde sie „selbst zu einem Risiko für die öffentliche Sicherheit“. Von Notz: „Es stellt sich zunehmend die Frage, wer die politische Verantwortlichkeit für die Fehler und Versäumnisse trägt“.