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Autor Roberto Saviano: Mafia wird in Deutschland unterschätzt

Der italienische Journalist und Autor Roberto Saviano ist davon überzeugt, dass die italienische Mafia auch in Deutschland mächtig ist.

"Die Deutschen glauben immer noch, dass die Mafia in ihrem Land kein großes Problem sei. Doch die italienische Mafia hat nach der Wende in Ostdeutschland wie auch in ganz Osteuropa Fuß gefasst. Sie hat in verschiedene Geschäftszweige investiert, in Chemnitz zum Beispiel in Textilläden und die Baubranche", sagte Saviano dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Auch in Rostock sei die Mafia schon in Erscheinung getreten. Dort habe es 2005 eine Operation gegen kalabrische ’Ndrangheta gegeben, bei der 130 Kilogramm Kokain beschlagnahmt worden sein.

In Italien selbst habe sich die Mafia stark verändert. Klassische Clanstrukturen fänden sich dort kaum noch. "Neapel wird heutzutage von Jugendlichen beherrscht", sagte Saviano dem RND. "Einige Gangmitglieder sind nicht älter als 13. Aber wer als Jugendlicher ein schönes Auto und viel Geld bekommt, den stört es meist nicht, dass er wahrscheinlich noch maximal acht bis zehn Jahre zu leben hat."

International bekannt wurde Saviano 2006 durch sein Buch "Gomorrah", das die Machenschaften des organisierten Verbrechens in Italien aufdeckt. Infolge der Veröffentlichungen erhielt der Autor Morddrohungen durch die Mafia. Seit zehn Jahren lebt Saviano unter Polizeischutz.