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Autor Salman Rushdie: Westen täuscht sich in Saudi-Arabien

Der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie wirft dem Westen Naivität im Umgang mit Saudi-Arabien vor.

"Zu den größten Fehlern des Westens zählt der Irrglaube, dass das saudische Regime uns wohlgesinnt ist", sagte Rushdie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören. Saudi-Arabien sei maßgeblich verantwortlich für die weltweite Verbreitung radikalislamischen Gedankenguts in Gestalt des Wahabismus. "Das war eine winzig kleine Strömung innerhalb des sunnitischen Islam, bis die Saudis dazu übergingen, mit ihren Öldollars den Wahabismus weltweit zu propagieren", sagte Rushdie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Neben dem sunnitischen Saudi-Arabien wirft Rushdie auch dem schiitischen Iran vor, sehr extreme Vorstellungen vom Islam in einem weltweiten Netz von Koranschulen zu verbreiten. "Wir haben es hier mit einem großangelegten Umerziehungsprojekt zu tun", sagte Rushdie, der seit 26 Jahren vom iranischen Regime mit dem Tod bedroht wird. "Dahinter verbirgt sich der Kampf zwischen Saudi-Arabien und dem Iran um die Vormachtstellung in der islamischen Welt. Ein Kampf, in dessen Kreuzfeuer wir alle geraten sind."