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BR verliert "ARD-Mittagsmagazin"

Das ARD-„Mittagsmagazin“ kommt künftig aus Berlin Der RBB schnappt dem BR die Zuständigkeit für die werktägliche Sendung weg.

Der Starttermin des „Mittagsmagazins“ war symbolträchtig. Es war der 2. Oktober 1989, wenige Wochen vor dem Fall der Mauer. Die Berichterstattung aus Berlin nahm in der einstündigen, werktäglich um 13 Uhr ausgestrahlten Sendung schon damals breiten Raum ein, neben Kultur, Wirtschaft, Service und Wetter. Gesendet wird das „Mittagsmagazin“ jedoch bis heute aus Mainz oder München, je nachdem, wer im wöchentlichen Wechsel am Zuge ist: das ZDF oder – im Auftrag der ARD – der Bayerische Rundfunk (BR) mit Moderatorin Hansi Fischer.

Das dürfte sich bald ändern. Vom 1. Januar 2018 an wird der BR nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland seine Zuständigkeit für das ARD-„Mittagsmagazin“ verlieren. Den Zuschlag bekommt stattdessen der RBB. Dort gilt es nun, ein passendes Studio zu finden, die Redaktions-, Moderations- und die Ausstattungsfragen zu klären.

Zu finanzieren ist die Sendung aus dem bestehenden Etat, bei dem Intendantin Patricia Schlesinger zuletzt durch Umschichten und Streichen Mittel freigeschaufelt hat. Parallel überlegt auch das ZDF, das „Mittagsmagazin“ nach Berlin zu verlagern, zur Redaktion des „Morgenmagazins“.

Für den RBB bedeutet der Zugewinn, im Ersten Programm sichtbarer zu werden. Bisher beschränkten sich die Zulieferungen aus der Hauptstadtregion auf wenig mehr als zwei „Tatorte“, den „Polizeiruf 110“, „Kontraste“ und Satire mit Dieter Nuhr. Mit dem „Mittagsmagazin“ kommt der RBB seiner Verpflichtung nach, mit einem Anteil von 7,1 Prozent (statt zuvor 6,6 Prozent) zum Ersten Programm der ARD beizutragen.