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Boateng: „Es wäre eine Riesenehre, erster farbiger Kapitän zu sein“

Nationalspieler Jérôme Boateng träumt davon, der erste farbige Kapitän der deutschen Fußallnationalmannschaft zu werden.

„Das ist kein Muss. Ich muss und kann das ja auch nicht erzwingen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Aber „es wäre natürlich eine Riesenehre für mich, etwas Besonderes. Und auch ein Zeichen.“ Ende Mai hatte AfD-Vize Alexander Gauland gegen den Innenverteidiger gehetzt: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Für Boateng ist das bei der EM kein Thema mehr. „Das kommt auch von jemandem, den ich nach dieser Aussage als Politiker nicht mehr ernst nehme“, sagte er dem RND.  

Dem Viertelfinale am Sonnabend gegen Italien sieht Boateng zuversichtlich entgegen. „Es wird ein großes Spiel, die ganze Mannschaft, wir alle freuen uns drauf.“ Natürlich wisse man, dass die Italiener taktisch gut geschult seien, „aber am Samstag in Bordeaux werden wir unser Spiel durchdrücken“.. Dass er bei einer Gelben Karte im Halbfinale gesperrt wäre, bremst ihn gegen Italien nicht, wie Boateng betont. „Ich gehe in dieses Spiel wie in jedes andere, auch in die Zweikämpfe. Ich werde nicht an die mögliche Sperre denken, das bringt nichts.“

Die italienischen Abwehrspieler bewundert Boateng für ihr „sehr gutes Stellungsspiel. Sie wurden über Jahre taktisch exzellent geschult.“ Sich selbst sieht er nicht als besten Verteidiger der Welt. „Ich bin nicht derjenige, der das zu beurteilen hat. Ich habe auch Schwächen.“ Im Moment laufe es zwar gut, er sei gut drauf und fühle sich fit, „aber ich weiß, wie schnell es in die andere Richtung gehen kann.“