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Bsirske verlangt mehr Flexibilität im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Verdi-Chef Frank Bsirske fordert mehr Flexibilität bei der Personalaufstockung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

„Warum soll ein Postbeamter nicht Asylentscheider werden können? Es hängt von der Vorqualifikation der Beschäftigten, ihrer Weiterqualifizierung und der Arbeitsorganisation vor Ort ab, ob Quereinsteiger beim BAMF richtig sind“, sagte Bsirske dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem 30 Zeitungen angehören.  Bsirske lobte das Personalmanagement von Frank-Jürgen Weise und verteidigte den BAMF-Chef gegen Kritiker: „Forderungen, wonach beim BAMF nur Beamte arbeiten sollten, halte ich momentan für abwegig. Es braucht schnell mehr geeignetes Personal, damit die Bearbeitungszeiten kürzer werden. Jetzt sind  Pragmatismus und Flexibilität nötig.“

Bsirske warnt angesichts des Flüchtlingszuzugs vor Verteilungskämpfen in den unteren Lohngruppen. „Wir wissen, dass gerade bei Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund Ängste sehr ausgeprägt sind, etwa im Hotel- und Gaststättengewerbe oder im Reinigungsdienst“, sagte Bsirske. Viele alteingesessene Migranten fürchteten sich vor dem Verlust dessen, was sie sich mühevoll erarbeitet hätten. „Umso wichtiger ist es für das gesellschaftliche Klima, dass Flüchtlinge nicht vom Mindestlohn ausgenommen und in die Rolle von Lohndrückern gedrängt werden“, sagte Bsirske.

In den festgefahrenen Beratungen über die im Koalitionsvertrag vereinbarte Einschränkung des Einsatzes von Leiharbeitern und Werkverträgen erwartet der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ein Machtwort von Kanzlerin Angela Merkel. „Die Union blockiert die Umsetzung des Koalitionsvertrags. Weil im März drei Landtagswahlen anstehen, will sie sich auf Kosten der Arbeitnehmer profilieren“, sagte Bsirske dem RND. Die Union wolle daran festhalten, dass Unternehmen systematisch Leiharbeiter zu Streikbrecher-Arbeiten einsetzen und mit Werkverträgen und Leiharbeit Löhne drücken könnten. „Die Kanzlerin ist jetzt gefordert. Wir erwarten von Angela Merkel, dass sie den Koalitionsvertrag umsetzt und per Richtlinienkompetenz den Einsatz von Leiharbeitern als Streikbrecher verbietet“, sagte Bsirske dem RND.