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CDU-Außenexperte Hardt: „Auf die Briten kommen ernüchternde Zeiten zu“

Jürgen Hardt, der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, sieht im Votum der Briten einen „deutlichen Rückschritt für die europäische Integrationspolitik“.

„Die Folgen werden für die Briten allerdings sehr viel gravierender sein als für die EU“. Die in der Volksabstimmung deutlich gewordene Spaltung des Vereinigten Königreiches zwischen Alt und Jung, zwischen ländlichen und städtischen Regionen sowie zwischen den Landesteilen Schottland und Nordirland auf der einen sowie England und Wales auf der anderen Seite werde nur mit größter Mühe zu überwinden sein. Auf die Befürworter eines EU-Austritts kämen ernüchternde Zeiten zu:  „Der Brexit bedeutet einen schlechten Deal für die Bürger Großbritanniens: Wollen sie Teil des europäischen Binnenmarkts bleiben, müssen sie die Brüsseler Politik mittragen, ohne sie mitgestalten zu können“, sagte Hardt.

„Europa muss jetzt beweisen, dass es handlungsfähig ist“, betonte Hardt und forderte einen Kursschwenk in der EU-Politik. „Die EU muss sich darauf konzentrieren, die Alltagsprobleme der Menschen zu lösen. Dazu gehören vor allem größere Anstrengungen in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik, aber auch bei der Sicherung der Außengrenzen und in der Asylpolitik“, sagte Hardt. Die Bundesregierung müsse weitere Anstrengungen unternehmen, um den stockenden europäischen Motor wieder in Gang zu bringen.

Der CDU-Außenexperte glaubt nicht, dass der Brexit in Europa Nachahmer auf den Plan rufen wird. „Trotz ausgeprägter EU-Skepsis gibt es in keinem anderen EU-Land eine auch nur annähernd so große Mehrheit, die ein Ausscheiden ihres Landes aus der EU befürwortet, wie in Großbritannien.“