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Cannes-Sieger Ken Loach: „Wie soll man nicht zornig sein?“

Regisseur Ken Loach hätte in seinem Sozialdrama "I, Daniel Blake" noch viel schlimmere Szenen zeigen können. Mit seinem Film prangert er die Bürokratie bei der Hilfe von Arbeitslosen an.

Die Wut hat Cannes-Sieger Ken Loach noch immer nicht verlassen: Mit dem Sozialdrama „I, Daniel Blake“ über einen Arbeitslosen in den Mühlen der Bürokratie gewann der 79-jährige Regisseur am Wochenende die Goldene Palme. „Wir hätten noch viel Schlimmeres zeigen können“, sagte Loach den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). „Zum Beispiel wurden einem Mann die Sozialleistungen beschnitten, weil er seine Frau ins Krankenhaus gebracht und deswegen seinen Termin im Jobcenter verpasst hatte.“ In den Jobcentern selbst habe er gar nicht drehen dürfen, das seien „geheime Orte“. Er versuche, sich nicht zu sehr aufzuregen: „In meinem Alter ist das nicht so gut für den Blutdruck. Aber wie soll man nicht zornig sein? Wie soll das gehen?“, sagte Loach gegenüber dem RND.