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Claudia Roth kritisiert Inhaftierung von Deniz Yücel

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat den Haftbefehl gegen den deutschen Korrespondenten Deniz Yücel als „staatlich organisierte Geiselnahme“ bezeichnet.

Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte Roth: „Leider ist nun zu befürchten, dass Erdogan Deniz Yücel als Faustpfand einsetzen wird, um seine Erpresserposition gegenüber der Bundesregierung weiter auszubauen.“ Es räche  sich nun, dass die Bundesregierung immer noch keine klare Haltung gegenüber der türkischen Regierung auf ihrem Weg in die Diktatur entwickelt habe. „Es war gerade Deniz Yücel, der immer wieder mit klaren Worten kritisierte, dass Deutschland und die EU mit dem Türkei-Deal die demokratischen Kräfte in der Türkei im Stich gelassen haben.“

Mit der Inhaftierung Yücels ist laut Roth eine „neue Eskalationsstufe“ erreicht. Nachdem im Ausnahmezustand bereits weite Teile der kritischen Presse in der Türkei mundtot gemacht wurden, sollen nun auch die Korrespondenten europäischer Zeitungen eingeschüchtert werden.“ Roth forderte: „Die festgenommenen Journalisten und Oppositionellen, Bürgermeister und Parlamentarier in der Türkei müssen sofort wieder freigelassen werden.“