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Deutsches Rotes Kreuz fordert bessere Bedingungen für Helfer

Unter dem Eindruck der jüngsten Großeinsätze bei Terror- und Amoklagen hat DRK-Präsident Rudolf Seiters Bund und Länder aufgefordert, die Einsatzbedingungen der unverzichtbaren freiwilligen Helfer zu verbessern.

In einem Interview mit den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland sagte Seiters: „Bayern plant, die ehrenamtlichen Helfer von Hilfsorganisationen wie dem DRK bei außergewöhnlichen Einsätzen mit den Helfern von Feuerwehren bei der Freistellung vom Arbeitsplatz und bei der Lohnfortzahlung gleichzustellen.“ Er forderte die anderen Bundesländer auf, „sich Bayern zum Vorbild zu nehmen und diese Gerechtigkeitslücke zu schließen“.  Das komme in gefährlichen Situationen, wie beispielsweise beim Amoklauf in München, allen Menschen zugute. In München sei das Rote Kreuz mitten in der Nacht innerhalb kürzester Zeit mit 200 Frauen und Männern ausgerückt, um den Menschen, die in Panik geraten oder verletzt worden seien, zu helfen und die Angehörigen der Opfer zu betreuen. „Ohne Ehrenamtliche geht so was nicht“, sagte Seiters weiter.

Gleichzeitig appellierte Seiters an den Staat, die Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) deutlich zu erhöhen. Dabei verwies der DRK-Präsident  vor dem Hintergrund der Flüchtlingshilfe darauf, dass das ehrenamtliche Engagement und die Suche vieler nach einer sinnstiftenden gesellschaftlichen Tätigkeit dazu geführt habe, dass es beim FSJ und beim BFD „deutlich mehr Bewerbungen als Stellen“ gebe. Um die Bereitschaft für den Freiwilligendienst stärker zu fördern, „sollten Bund und Länder daher einen bedarfsgerechten Ausbau im FSJ und BFD sicherstellen“. Bei der Bewältigung der Flüchtlingswelle habe sich gezeigt, wie wichtig und motiviert Ehrenamtler seien. Deren Einsatz werde zukünftig „auch für den Bevölkerungsschutz  immer wichtiger“. Seiters nannte dabei den Klimawandel und die jüngsten extremen Wetterlagen  auch in Deutschland. „Ohne die Einbindung ehrenamtlicher Helfer, die dort Menschen aus ihren Häusern gerettet und versorgt haben,  wird es schwierig, mit solchen Situationen künftig  fertig zu werden.“