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Deutschlandradio-Intendant Willi Steul gibt sein Amt im Mai 2017 ab

Willi Steul tritt von seinem Amt als Intendant des Deutschlandradios vorzeitig zurück.

Das bestätigte der 65-Jährige im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Steul dementiert, dass er damit einer informellen Vereinbarung folge, die bei seiner Wiederwahl vor drei Jahren getroffen worden sein soll: „Es gibt keinen politischen Druck, der zu meinem Rücktritt führte“, er scheide „in freier Entscheidung“ aus dem Amt. Zur Begründung sagt er: „Ursprünglich hatte ich das für März 2018 geplant, ein Jahr vor Ablauf meines Vertrags. Allein schon, um nicht das letzte Jahr eine lame duck zu sein. Jetzt aber erkenne ich, dass der öffentliche Druck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk so stark geworden ist, dass es früher jemanden braucht, der das Deutschlandradio trittsicher durch diese Debatten führt“. Da es ein Jahr brauche, um sich in das Amt einzuarbeiten, „biete ich meinen Rücktritt zum 1. Mai 2017 an“.

Rückblickend sagt Steul, er habe bei seinem Antritt als Intendant des Deutschlandradios „einen enormen Modernisierungsstau“ vorgefunden: „Die Programmqualität von Deutschlandfunk in Köln war unumstritten. Deutschlandradio Kultur in Berlin dagegen hatte zu wenige Hörer, das Profil unterschied sich nicht klar genug vom Deutschlandfunk, die Technik war rückständig“. Heute erreiche die Zahl der Hörer beim Deutschlandradio Kultur mit 525 000 täglich einen Rekordwert, die Programmprofile seien klar voneinander abgegrenzt.