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Diakonie und Caritas warnen vor humanitärer Notlage für Flüchtlinge in Südeuropa

Die Hilfsorganisationen Diakonie und Caritas warnen vor einer humanitären Notlage bei der Versorgung Tausender Flüchtlinge in Griechenland und den Balkanstaaten.

„Der Wintereinbruch erschwert die Lage für die Menschen und ist teils lebensbedrohlich, insbesondere wenn Unterkünfte nicht ausreichend befestigt sind“, sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin Diakonie Katastrophenhilfe, dem RND. „Die EU hat die ethische und politische Verpflichtung, ausreichend Mittel bereitzustellen, diese Menschen in der jetzigen Situation menschenwürdig zu versorgen und sie nicht allein zu lassen“, betonte Füllkrug-Weitzel.

Vor einer dramatischen Zuspitzung der Lage warnt auch die Caritas. „Aus Serbien erreichen uns Berichte, dass viele Menschen bereits einen großen Teil ihres Vorrats an Feuerholz verbrennen mussten, um sich gegen die Kälte zu wappnen“, sagte Gernot Krauß, Balkan-Experte von Caritas International, dem RND. „In der griechischen Region Thessaloniki sind die Wasserleitungen zu großen Teilen eingefroren. Die Caritas Hellas verteile übergangsweise Plastikflaschen mit Wasser an besonders Bedürftige, die derzeit ohne fließendes Wasser auskommen müssen. In Serbien sei die Verteilung von Winterkleidung und Decken geplant.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums hat die griechische Regierung Hilfsangebote aus Deutschland wiederholt abgelehnt. „Wir haben mehrfach und frühzeitig auf unterschiedlicher Ebene der griechischen Seite Unterstützung bei der winterfesten Unterbringung der Flüchtlinge angeboten, aber ein Hilfsersuchen ist bei uns bis heute nicht eingetroffen“, sagte ein Sprecher von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwochabend. Zuletzt habe de Maizière im Dezember seinem griechischen Amtskollegen technische Unterstützung bei der Unterbringung der Flüchtlinge in Griechenland angeboten. Eine entsprechende Anfrage aus Athen sei seither nicht erfolgt, so der Sprecher.