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ESA-Direktor Reiter: „Der Blick aus dem All könnte viele Probleme auf der Erde lösen“

Der frühere Astronaut Thomas Reiter ist davon überzeugt, dass sich viele Konflikte auf der Erde leichter lösen ließen, wenn man sie aus den Weiten des Alls betrachten würde.

„Ich wünschte mir, dass eher morgen als übermorgen möglichst viele Menschen diesen Blick erleben können. Ich bin fest davon überzeugt, dass das mehr als alles andere dazu beitragen könnte, die Probleme und Konflikte, die wir heute auf der Erde miteinander haben, zu überwinden“, sagte Reiter dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem rund 30 Tageszeitungen angehören. Der Blick aus der Distanz einer Weltraumstation relativiere vieles. „Man bekommt einen Geschmack von der Unendlichkeit. Und man bekommt ein Gefühl, wie winzig klein die Erde in Wirklichkeit ist“, sagte Direktor der europäischen Raumfahrtbehörde ESA.

Er und viele andere Astronauten hätten die Spuren kriegerischer Auseinandersetzungen selbst aus einigen Hundert Kilometern Höhe mit bloßem Auge wahrnehmen können: „Alexander Gerst hat von den Leuchtspuren der Raketen im Israel-Palästina-Konflikt berichtet, die im Dunkeln aufblitzten. Bei meiner ersten Mission tobte der Konflikt auf dem Balkan. Als wir nachts über Europa flogen, war alles hell erleuchtet. Der gesamte Balkan glich einem schwarzen Loch. Mit dem Wissen, was sich dort aktuell zuträgt, geht einem das sehr nahe.“ Die Erfahrungen, die die Astronauten währenddessen in der Weltraumstation machten, seien vollkommen gegensätzlich zu diesen Eindrücken gewesen: „Konflikte gab es nicht. Man kann sich diesem Eindruck, der so weit jenseits des irdischen Erfahrungshorizonts liegt, nicht entziehen. Das geht so weit unter die Haut, in Mark und Bein, das verbindet.“