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Enkelin erinnert sich an Trainerlegende Ernst Happel

Sonntag wäre der große Ernst Happel 90 Jahre alt geworden. Ein Interview mit seiner Enkelin Christina.

Am Sonntag wäre Trainerlegende Ernst Happel 90 Jahre alt geworden. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören, sprach in einem großen Interview mit seiner Enkelin Christina (32) über ihren Großvater.

"Er war von 1981 bis 1987 Trainer beim HSV, da haben wir ihn ab und zu besucht. Für mich war er immer 'Opa Hamburg'", erzählt sie. "Er war lieb zu uns, brachte immer Geschenke mit. Geredet hat er nicht so viel. Das haben wir für ihn getan. Einmal waren wir zusammen im Tierpark Hagenbeck. Da sind uns zwei Schulklassen begegnet. Die sind ausgeflippt. Ich war damals drei oder vier und dachte: Alle Opas sind beliebt und müssen irgendetwas auf Zettel schreiben." 

18 Titel mit sechs Mannschaften, ein Vize-WM-Titel mit Holland 1978, Jahrhunderttrainer Österreichs – ein Grantler, Zocker und Hasardeur auf und neben dem Platz. Dass Happel dazu ein Lebemann war, weiß auch die Enkelin: "Dass er Wein, Weib und Gesang frönte, war so. Er lebte später auch als Trainer selbstbestimmt, ließ sich nichts vorschreiben." 1992 starb Happel an Lungenkrebs. "Die wertvollsten Exemplare des Nachlasses lagere ich in einem Wiener Bankschließfach. Zum Beispiel einen in Bronze gegossenen Schuh. Und einen Fußball von der WM 1954. Für mich sind das unbezahlbare Stücke", sagt Christina. 

Würde sich Ernst Happel mit dem heutigen Fußball arrangieren? Die Enkelin: "Absolut. Sein Fußball mit Pressing und Gegenpressing gilt heute als letzter Schrei. Er hätte dem Ganzen bestimmt weitere Facetten beigefügt. Ich sehe nur ein Problem, das Rauchverbot auf der Trainerbank."