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Exklusiver Vorabauszug aus wiederentdecktem Lenz-Roman

Es ist eine literarische Sensation: Der im Oktober 2014 gestorbene Schriftstellers Siegfried Lenz hat einen seiner Romane mehr als ein halbes Jahrhundert unter Verschluss gehalten. Das in seinem Nachlass wiederentdeckte Frühwerk "Der Überläufer" erscheint erst jetzt – mit 65 Jahren Verspätung.

Die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) drucken am Sonnabend (27.2.16) vorab exklusiv ein Kapitel aus dem Roman, der am 10. März bei Hoffmann und Campe in Hamburg erscheint. Zu lesen ist der Vorabauszug im "sonntag", der Wochenendbeilage der RND-Zeitungen.

Mit seinem Antikriegsroman "Der Überläufer" war Lenz 1951 seiner Zeit zu weit voraus: Der Hausverlag von Lenz, Hoffmann und Campe, hatte die Herausgabe des Titels in den Fünfzigerjahren aus politischen Gründen abgelehnt. Der damals 25-jährige Lenz erzählt in "Der Überläufer" von den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs. Er schreibt über den Irrsinn des Krieges, über den Konflikt zwischen Pflicht und Gewissen, den Zwiespalt zwischen Handeln und Schuld.

Dem Verlag war dieser Inhalt damals zu heikel. "Ich halte es für äußerst gefährlich, den Roman im bisherigen Zustande zu publizieren. Er würde, was seine 'Gesinnung' betrifft, scharf unter die Lupe genommen werden", heiß es in einem damaligen Brief des Verlegers an Lenz.

Wiederentdeckt wurde das Manuskript, das zugleich eine Liebesgeschichte ist, bei den persönlichen Unterlagen des Schriftstellers, die nach seinem Tod an das Deutschen Literaturarchiv im baden-württembergischen Marbach gegangen waren.

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