English
Menü

Hans Tilkowski: "Wir gehen einen gefährlichen Weg"

Der ehemalige Nationaltorwart Hans Tilkowski kritisiert die Meckerei auf den Plätzen der Fußball-Bundesliga.

"Heute weigern sich Trainer, nach einem Platzverweis das Feld zu verlassen. Und was bleibt auf der Strecke? Der glaubwürdige Fußball. Wir gehen einen gefährlichen Weg", sagte der 80-Jährige dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören, in einem Interview.

Tilkowski kassierte im Finale der WM 1966 zwischen England und Deutschland das legendäre Wembley-Tor – und protestierte eben nicht gegen die bis heute umstrittene Entscheidung des Schiedsrichtergespanns. Man müsse sich nur mal vorstellen, "wir wären geschlossen vom Platz gegangen. Was das für einen Eklat gegeben hätte. Das hätte Deutschland nicht nur sportpolitisch, sondern auch weltpolitisch geschadet", sagte er dem RND. 

Dass die Debatte um das Wembley-Tor noch 50 Jahre danach geführt wird, nervt den früheren Spieler von Borussia Dortmund (Europapokalsieger der Pokalsieger 1966) nicht: Die endlose Diskussion sei ihm nicht zuwider, sagte Tilkowski, "weil der Fußball von diesen Sachen lebt". Die Frage aller Fragen beantwortet  der Fußballer des Jahres von 1965 mit der gleichen Antwort wie vor 50 Jahren: "Er war nicht im Tor, der Ball."