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Hildegard Lattek: "Udo wollte nicht lange leiden"

Bereits zum zweiten Mal hat sich am 31. Januar der Todestag des großen Fußballtrainers Udo Lattek gejährt. Seine Ehefrau Hildegard hat in einem bewegenden Interview über die letzten Momente mit ihrem Ehemann gesprochen. „Ich bin Gott dankbar, dass ich am Abend gespürt habe, dass er die Nacht nicht überstehen würde."

Ich habe diese ganze Nacht an seinem Bett gesessen. Wir haben alles besprochen, ich habe gebetet und gesungen“, sagte Hildegard Lattek dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich habe ihm erzählt, was für ein toller Mensch er war, was für tolle Erfolge er hatte. Udo ist in meinen Armen gestorben. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Es war ein richtig beeindruckender, sensibler Abschied, den wir beide hatten. Wir haben uns in einer guten Atmosphäre verabschieden können.“ Das Gespräch ist Teil des Interviewbuchs „Diese eine Sekunde“.
Im Oktober 2013 war bei Udo Lattek Parkinson diagnostiziert worden, zudem litt er an Demenz und verbrachte die letzte Zeit vor seinem Tod in einer Residenz. „Ich habe versucht, so gut wie möglich die Krankheit zu meistern“, sagte Hildegard Lattek. „Er war sehr krank. Es war abzusehen, dass der Körper nicht mehr mitmacht. Sonst wäre ich nicht in diese Residenz gezogen, hätte es allein gemacht. Ich hätte ihn so lange wie möglich zu Hause behalten, wenn es machbar gewesen wäre.“ 
Udo Lattek gilt bis heute als einer der erfolgreichsten Trainer in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. Aber: „Ich glaube, das hat ihn zum Schluss nicht mehr interessiert“, sagte Hildegard Lattek dem RND. „Wenn man um sein Leben kämpft, interessieren einen solche Sachen nicht mehr. Sie sind nicht mehr wichtig.“ 
Angst vor dem Tod habe Udo Lattek nicht gehabt. „Udo hat zu mir immer gesagt, nachdem unser Sohn gestorben ist: Ich habe keine Angst vor dem Tod. Aber ich habe Angst vor der langen Zeit zu sterben. Leider ist es nicht so, wie es sich 99 Prozent der Menschheit wünschen. Sich hinzulegen und nicht mehr aufzuwachen. Er hätte es am liebsten so gehabt: Ich lege mich ins Bett und sterbe. Udo wollte nicht lange leiden.“.
Das gesamte Interview mit Hildegard Lattek lesen Sie hier auf sportbuzzer.de, dem Fußballportal des RND.