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Karl Rothmund: „Beckenbauer hat Niersbach auf dem Gewissen“

Der zurückgetretene DFB-Präsident ist „am nicht sehr professionellen Krisenmanagement“ der DFB-Spitze und an Franz Beckenbauer gescheitert. Das meint der einflussreiche Landesvorsitzende des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), Karl Rothmund.

Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sagte Rothmund: „Wenn man so will hat Franz Beckenbauer Herrn Niersbach auf dem Gewissen.“ Jetzt bleibe der Vorwurf des Steuerstrafbestandes im Raum, weil Beckenbauer einen Vertrag für einen Zweck geschlossen habe, der nicht stattgefunden habe. Gleichzeitig sieht Rothmund hervorragende Chancen „für den guten Sportkamerad Reinhard Grindel“, an die Spitze des DFB zu rücken.

Der derzeitige Schatzmeister des Verbandes und CDU-Innenpolitiker sei „getragen von der Sympathie der Amateure“. Grindel habe gezeigt, dass er „unvoreingenommen und unbelastet“ sei, er könne führen, entscheiden, habe gute Kontakte und kenne als Schatzmeister alle Geldflüsse. Hinzu komme, dass der heute 54-Jährige „im richtigen Alter ist, um die nächsten ein, zwei Jahrzehnte an der Spitze des Verbandes stehen zu können“. 

Nur „verbohrte Parteipolitiker“ könnten ihm dabei seine CDU-Mitgliedschaft zum Vorwurf machen. Man habe auch mit Interimspräsident Rainer Koch, der ein ausgewiesener SPD-Politiker sei, „ganz hervorragend zusammengearbeitet“. Grindel stehe natürlich auch für den Kurs der Integration und Öffnung. Rothmund erwartet „eine breite Mehrheit“ für Grindel auf der am Dienstag geplanten Zusammenkunft der Spitzen der Landes- und Regionalverbände des DFB. Er persönlich gehe nicht von einer Kandidatur von Koch aus. Sollte sich die Sache aber anders entwickeln „wäre das Rennen wohl ziemlich offen“.