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Litauen: Russland versteht nur eine Sprache der Stärke

Litauen hat sich im Vorfeld des Nato-Gipfels Anfang Juli für eine geschlossene Haltung des Westens gegenüber Russland ausgesprochen.

Das Bündnis müsse sich im Baltikum militärisch stärker engagieren, sagte Litauens Außenminister Linas Linkevicius den Zeitungen der Redaktionsnetzwerks Deutschland (Freitagausgaben). „Russland versteht nur diese eine Sprache der Stärke.“

Der Minister warnte davor, voreilig eine Lockerung der gegen Russland verhängten Sanktionen zu diskutieren. In Wirklichkeit bewirkten die Sanktionen sehr viel: „Zusammen mit dem Preisverfall am Rohölmarkt zwingen sie die russische Wirtschaft zunehmend in die Knie“, sagte Linkevicius. „Über kurz oder lang wird Russlands Staatspräsident Wladimir Putin gezwungen sein, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und uns endlich zuzuhören.“

Mit Blick auf seinen deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier, der vor „Säbelrasseln und Kriegsgeheul“ gewarnt hatte, sagte Linkevicius, Deutschland sollte die Empfindsamkeiten Litauens und anderer östlicher Nato-Partner beachten. „Die notwendige militärische Stärkung an der östlichen Flanke der Nato als bloßes Säbelrasseln abzutun würde der realen Situation nicht gerecht werden.“ Litauen hoffe beim Nato-Gipfel am 8. und 9. Juli auf ein klares Zeichen, dass die Nato das Land im Fall eines russischen Angriffs nicht im Stich lasse.

„Ich habe den deutschen Kollegen bereits auf seine Äußerung angesprochen“, sagte Linkevicius. „Er hat mir versichert, dass dieser eine Satz aus dem Zusammenhang gerissen war. Steinmeier hält den Zusammenhalt der Nato für ebenso überlebenswichtig wie wir.“