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Marcel Reif: "Will mir jetzt Rosinen herauspicken"

TV-Kommentator Marcel Reif ist beim Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und Atlético Madrid am Sonnabend zum letzten Mal für den Abosender Sky im Einsatz – denkt aber noch lange nicht an den Ruhestand.

„Ich kann mir alles vorstellen und habe mir vorgenommen, alles anzuhören“, sagt Reif dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören. Der 66-Jährige weiter: „Ich will mir jetzt Rosinen herauspicken. Es muss einfach Spaß machen.“  
Zu seinem Aus bei Sky sagt Reif: „Die Reise mit Sky ist zum richtigen Zeitpunkt zu Ende, 17 Jahre – das langt. In den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass ich mich sehr motivieren musste.“ Wie er sich am Sonnabend vom Publikum verabschieden will, weiß der renommierte wie streitbare Reif noch nicht. „Vielleicht zitiere ich Konrad Adenauer: Ich bin, wie ich bin, ich war, wie ich war. Die einen kennen mich, die anderen können mich. Dankeschön“, sagt Reif dem RND.  
Reif hat in seiner langen Fernsehkarriere mehr als 1000 Spiele für das TV kommentiert, darunter vier WM-Finals und 23 Champions-League-Endspiele. Berühmt machte ihn unter anderem das Champions-League-Halbfinalspiel zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund 1998, das wegen eines umgestürzten Tores erst mit 76 Minuten Verspätung angepfiffen werden konnte. „Ich habe gelitten und Günther Jauch auch, 76 ewiglange Minuten“, sagte Reif, der später zusammen mit Jauch den Bayerischen Fernsehpreis für die Leistung an jenem Abend erhielt. „Ich war sauer, wurde zickig, wollte Preise gewinnen fürs Kommentieren“, sagte Reif. „Wenn ich hätte Clown werden wollen, wäre ich Clown geworden.“