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McAllister: EU sollte London nächste Woche entgegenkommen

Die EU muss sich nach Meinung von David McAllister bewegen, damit Großbritannien Teil der Gemeinschaft bleibt.

„Großbritannien ist stärker mit Europa, und Europa ist stärker mit Großbritannien“, schrieb der CDU-Europapolitiker in einem Beitrag für das Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem 30 Zeitungen angehören, darunter die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU werden sich beim Gipfel am 17. und 18. Dezember mit den britischen Vorschlägen zur Reform der Europäischen Union befassen.

McAllister schrieb: „Die EU-Staaten, die die Integration vertiefen wollen, können den Weg weiter verfolgen, müssen aber respektieren, dass es Länder gibt, die dabei nicht mitmachen wollen.“ Kompromisse seien nötig und möglich. Je mehr Cameron in der EU durchsetzen könne, umso stärker könne er seinerseits vor der anstehenden Volksabstimmung in Großbritannien  für Europa werben – und umso größer wären die Chancen, dass es keinen britischen Ausstieg gibt: „Bremain“ statt „Brexit“.

Besonders Briten und Deutsche hätten viele politische Gemeinsamkeiten: wirtschaftlich, aber auch in Sicherheitsfragen. Die Briten seien für Berlin ein wichtiger Partner, auch in der Nato, bei G 7, G 20 und in den Vereinten Nationen. Großbritannien und Deutschland sind offene, liberal orientierte Volkswirtschaften. „Wir teilen zentrale europapolitische Projekte wie Freihandel, Wettbewerb, Innovation und Schuldenabbau.“

Mit Blick auf das Referendum über den Verbleib in der EU zeigt sich McAllister optimistisch: „Am Ende setze ich „auf britischen Pragmatismus, auf Common Sense. Wenn es ein positives Votum gibt, dann nicht aus überschwänglicher Begeisterung der Briten für Europa, sondern weil Europa grundsätzlich „not such a bad idea“ ist: keine so schlechte Idee.“

McAllister wuchs als Sohn eines Briten und einer deutschen Mutter in Berlin auf. Der frühere niedersächsische Ministerpräsident gehört seit dem Jahr 2014 dem Europaparlament an. Seit Oktober dieses Jahres ist er zugleich Vizepräsident der Europäischen Volkspartei, des europaweiten Bündnisses christlich-demokratischer und konservativ-bürgerlicher Parteien.