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Mirko Slomka: "Der HSV hat mich ausgesaugt"

Mirko Slomka hat seine lange Phase ohne Trainerjob auch mit seiner Verfassung nach der Beurlaubung beim Bundesligisten Hamburger SV im Jahr 2014 begründet.

Direkt danach habe er zwar Angebote von Vereinen erhalten, aber auch bemerkt, dass er „noch nicht bereit“ gewesen sei. „Die Beurlaubung kam für mich überraschend. Deswegen brauchte ich Zeit, um alles zu verarbeiten“, sagte der 49-Jährige dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) in einem Interview. Von September 2014 bis Dezember 2016 war Slomka ohne Trainerjob. Heute ist er Coach des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC.

Seine Amtszeit beim HSV endete nach nur sieben Monaten. Einem Klub aus dem Ausland hatte Slomka danach bereits eine Zusage gegeben. „Nur war es so, dass der HSV mich ausgesaugt hatte“, sagte er dem RND. Am letztmöglichen Tag habe er das Angebot doch noch abgelehnt, später war er als Kommentatoren-Berater für den TV-Sender Sky tätig.   

Am vergangenen Sonntag führte Slomka den abstiegsbedrohten KSC, bei dem er im Dezember einen Vertrag bis 2018 unterschrieben hatte, bei seinem Comeback als Trainer zu einem 3:2-Sieg gegen Bielefeld. Dass Slomka, der vor seiner Zeit beim HSV bereits Schalke 04 und Hannover 96 trainiert hatte und große Bühnen wie die Champions League kennt nun einen Zweitligisten trainiert, sei für ihn kein Abstieg. „Die Liga-Zugehörigkeit war mir völlig egal. Im Klub selbst herrscht eine richtige Besessenheit. Und die Chance, damit etwas bewegen zu können, ist sehr groß“, sagte er dem RND.

Slomka nimmt die Mission Klassenerhalt positiv gestimmt an: „Insgesamt macht das Miteinander der Mannschaft einen sehr stabilen Eindruck. Wenn wir das erweitern können, sind wir auf einem guten Weg.“  Der KSC liegt aktuell auf Rang 15 der Tabelle, Slomka hofft, dass auch der geplante Bau des neuen Stadions Schwung bringt: „Die Stadt und der Klub befinden sich im Aufbruch!“

In seiner Rolle als Vorstandsmitglied im Bund Deutscher Fußball-Lehrer kritisiert Slomka, dass es in der 1. Liga in dieser Saison bereits sieben Trainerentlassungen gab. „Es wäre schön, wenn die Trainer von heute eben nicht nur die von heute sind, sondern auch die von morgen. Alle Kollegen haben ihre Idee vom Fußball, eine Philosophie, die sie auf ihre Mannschaften übertragen wollen. Da ist die Zeit, die einigen Kollegen dafür eingeräumt wird, manchmal wirklich sehr knapp“, sagte er dem RND und ergänzte: „Wie bei mir in Hamburg. Sieben Monate. Da frage ich mich dann schon: Ist das jetzt der richtige Weg für einen Verein?“ .

Das gesamte Interview mit Mirko Slomka lesen Sie auf sportbuzzer.de dem Fußballportal des RND.