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Negt: „Wenn das schiefläuft, ist es eine Katastrophe“

Vor dem Rot-Rot-Grünen Treffen am Dienstag in Berlin sieht der Soziologe Oskar Negt SPD, Linkspartei und Grüne vor einer historischen Bewährungsprobe.

Vor dem morgigen historischen Treffen in Berlin von rund hundert Abgeordneten und Funktionären zur Erkundung einer linken Regierungsalternative zur Großen Koalition äußerte sich Negt in einem Interview mit den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland, RND. Negt sieht sich als Vermittler und wird den heutigen Kongress eröffnen. „Wenn das schiefläuft, ist es eine Katastrophe“, sagte Negt dem RND.

Die drei Parteien müssten endlich anfangen, sachlich und kooperativ über Probleme miteinander zu reden, statt sich gegenseitig Probleme zu machen. „Alle Beteiligten sollten aber begreifen: Es kann nicht einen geben, der die Macht hat.“

In der Ära von Angela Merkel seien eine Menge ungelöster Probleme liegengeblieben, begründete der emeritierte Sozialphilosoph seinen Einsatz für eine linke Alternative. „Wirklichkeit wurde systematisch unterschlagen, stattdessen immer nur auf den kurzfristigen Erfolg bei Wahlen orientiert.“ Der daraus entstehende Mangel an Ortientierungssignalen für die Gesellschaft sei mitverantwortlich für das Anwachsen jener Kräfte, die einfache Antworten anböten und einfache Bindungen versprächen.

Im Ergebnis sei in Deutschland der Punkt erreicht, an dem erstmals nach 1945 wieder die Gefahr von Weimar da sei. „Nur die arbeitsteilig zusammenarbeitende Linke ist in der Lage, den Zusammenbruch demokratischer Institutionen zu verhindern.“