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Özdemir: „Kein Erdoganismus mit deutschem Steuergeld“

Grünen-Chef Cem Özdemir hat das Weihnachtsverbot an einer von Deutschland geförderten Schule in Istanbul scharf kritisiert und forderte Konsequenzen.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass mit deutschen Steuergeldern in der Türkei Kinder zum Erdoganismus erzogen werden“, sagte Özdemir dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir dürfen nicht einfach zuschauen, wenn Erdogan ungeniert säkulare Einrichtungen auf seinen islamisch-konservativen Kurs bringt“, betonte Özdemir und unterstrich die Bedeutung des Weihnachtsfestes im Lehrplan des Gynasiums Istanbul Lisesi. „Das Weihnachtsverbot widerspricht dem ureigenen Auftrag dieser Einrichtung, nämlich der Vermittlung von deutscher Kultur“, sagte Özdemir dem RND.

Zugleich warnte der Grünen-Vorsitzende vor dem Einfluss der türkischen Regierung auf Moscheegemeinden in Deutschland sowie auf den islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen: „Lehrer und Imame müssen künftig in Deutschland ausgebildet werden“, forderte Özdemir. Der „Vormarsch des türkischen Ultranationalismus und religiösen Fundamentalismus darf nicht ohne Konsequenzen für die Entsendung von türkischen Lehrern und Imamen nach Deutschland bleiben“, betonte Özdemir, der Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl 2017 werden möchte. Özdemir forderte, den „Import von Hass und Intoleranz an Schulen und Moscheen in unserem Land so bald wie möglich“ zu beenden.