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Pofalla sieht „Hoffnungsschimmer“ im Verhältnis zu Russland

Der frühere Chef des Bundeskanzleramts, Ronald Pofalla, sieht trotz jüngster Probleme im Verhältnis zu Russland Chancen für eine neue Annäherung.

"Seit einigen Wochen spüre ich einen zarten Hoffnungsschimmer", schreibt Pofalla in einem Beitrag für die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Sonnabend-Ausgaben). Pofalla, Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn, ist ein langjähriger Vertrauter von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der frühere CDU-Politiker gehört zu den Organisatoren des deutsch-russischen Petersburger Dialogs, zu dem in der kommenden Woche 300 Vertreter aus beiden Ländern zusammenkommen.

Ihm gehe es darum, deutlich zu machen, "dass wir keine Isolation Russlands wollen, sondern eine neue Basis für Beziehungen suchen, die auf gegenseitigem Respekt aufbauen können", schrieb Pofalla in dem Gastbeitrag.

Laut Pofalla lassen sich "erste Anzeichen eines neuen Aufeinanderzubewegens unserer beider Zivilgesellschaften" ausmachen. So bekomme beim Petersburger Dialog eine Person eine maßgebliche Rolle von russischer Seite zugewiesen, der vor Kurzem noch Verfolgung und Gefängnis gedroht hätten: Sergej Ziplenkow, Greenpeace-Chef in Russland. "Dies war in der Vergangenheit undenkbar", betonte Pofalla.

Pofalla wandte sich gegen ein sofortiges Ende der westlichen Sanktionen, fügte aber hinzu, im Ukraine-Konflikt müsse auch Kiew sich noch bewegen. Dies dürfe nicht unter den Teppich gekehrt werden. Weder Russland noch die Ukraine hätten alle Forderungen aus dem Minsk-II-Abkommen erfüllt.