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Polizeigewerkschaft warnt: Hacker sind Terroristen

Im Kampf gegen Hacker müssen deutsche Behörden und Unternehmen nach Ansicht der Deutschen Polizeigewerkschaft massiv nachrüsten.

„Wir alle haben die Gefahr zu lange nicht richtig in den Blick genommen“, sagte der Chef der Polizeigewerkschaft,  Rainer Wendt, den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (Mittwoch-Ausgaben). Schon der Begriff „Hacker“ klinge zu verniedlichend. Er höre sich nach ein paar weltentrückten Nerds an, die in ihrer Garage versehentlich dumme Dinge machen. „So ist es aber nicht“, warnte Wendt. Wenn Täter versuchten, in Wasser- und Klärwerke oder in den öffentlichen Personennahverkehr einzugreifen, müsse man eher von Cyber-Terroristen sprechen. „Diese Terroristen wollen Geld erpressen oder ganze Staaten destabilisieren und als Geisel nehmen“, sagte Wendt. „Das sind reale Bedrohungsszenarien. Und dagegen müssen wir mehr als bislang tun.“

Wendt fügte hinzu, er wolle nicht potenzielle Opferzahlen gegeneinander stellen. „Aber gemessen an dem, was der IS bislang in Europa angerichtet hat, geht vom Cyber-Terrorismus die weitaus größere Bedrohung aus.“

Wendt verlangte eine bessere europäische Kooperation der Sicherheitsbehörden. „Es ist dringend erforderlich, das Europäische Cybercrime-Zentrum Europol in Den Haag stärker als bislang finanziell zu unterstützen.“