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Raffelhüschen fordert neue Flüchtlingspolitik

Der Freiburger Rentenexperte Bernd Raffelhüschen kritisiert Deutschlands Flüchtlingspolitik. Sie dürfe sich nicht an zufälligen humanitären Katastrophen ausrichten, sondern müsse sich an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientieren.

Viele der jetzt kommenden Zuwanderer würden die sozialen Sicherungssysteme nicht stärken, sondern eher belasten, sagte das Vorstandsmitglied der Stiftung Marktwirtschaft dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dem 30 Tageszeitungen angehören. "Ich fürchte, der aktuelle Zustrom wird die Lage noch verschärfen. Wo sind die Facharbeiter und Hochgebildeten? Ich sehe sie nicht."

Deutschland benötige eine Einwanderungspolitik, die sich nicht nach zufälligen humanitären Katastrophen ausrichte, sondern die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes zugrunde lege. Die aktuelle Situation müsse daher kritischer betrachtet werden als bisher. Raffelhüschen warf der Politik vor, die Lage "völlig undifferenziert und eher unrealistisch" einzuschätzen. Zwar gebe es zeitnah neue Beitragszahler, allerdings mit "eher dürftigen Qualifikationen". Zudem belaste die große demografische Delle Deutschland erst in zehn bis 15 Jahren. "Insofern kommt die jetzige Zuwanderung aus rein wirtschaftlicher Perspektive einige Jahre zu früh", erklärte das frühere Mitglied der Rürup-Kommission.