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Rehhagel: "Mir war klar, dass wir Geschichte geschrieben haben"

2004 wurde Otto Rehhagel mit Griechenland überraschend Europameister. Zwölf Jahre nach der größten Sensation der EM-Geschichte erinnert er sich. "Das war das griechische Fußballwunder“, so Rehhagel im Interview mit dem RND.

Der deutsche Trainer hatte die Mannschaft damals in der Qualifikation souverän zur EM-Endrunde nach Portugal geführt. "Und trotzdem hat uns keiner ernst genommen. Der Einzige, der von Beginn an wusste, was in dieser Mannschaft steckt, war ich", sagt Rehhagel.

Im Finale von Lissabon 2004 gewann Griechenland durch ein Kopfballtor von Angelos Charisteas mit 1:0 gegen Portugal um den jungen Cristiano Ronaldo. Bereits das Eröffnungsspiel hatten die Griechen mit 2:1 gegen die Gastgeber gewonnen. "Die Portugiesen hatten drei Wochen Zeit, aus ihren Fehlern aus dem Eröffnungsspiel zu lernen. Aber sie haben es nicht getan", sagt Rehhagel. "Es ist ja unglaublich, dass wir gut genug waren, dem Druck standzuhalten. Deshalb sind wir für mich als Fachmann auch der verdiente Europameister."

Rehhagels Griechen hatten auf dem Weg zum Titel im Viertelfinale, Halbfinale und Finale jeweils mit 1:0 gewonnen. Rehhagels Erfolgsgeheimnis: "Die Griechen haben die Demokratie erfunden. Aber ich habe die demokratische Diktatur nach Griechenland gebracht. Alles hat auf mein Kommando gehört." Laut Rehhagel war die Auswahl von 2004 "eine goldene griechische Generation, wie man sie nur ganz selten erlebt". Und: "Wir waren eine tolle Gemeinschaft, da sind damals Freundschaften fürs Leben entstanden."