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Rohloff: "Portwein und Curryfrikadellen vor dem Training"

50 Jahre nach der Rekordsaison mit nur zehn Punkten aus 34 Spielen blickt der damalige Torwart von Tasmania Berlin, Heinz Rohloff, selbstkritisch zurück. "So, wie wir abgestiegen sind, das war schon peinlich!"

Am 30. April 1966 kassierte Tasmania Berlin gegen Eintracht Frankfurt das 100. Gegentor der Saison in der Fußball-Bundesliga. Morgen jährt sich dieses Ereignis zum 50. Mal. „Die Mannschaft war völlig überaltert. Und unsere Trainer waren noch weniger bundesligatauglich als wir. Wenn wir zur Halbzeit mit 0:4 zurücklagen, sagten sie: ,Weiter so'“, sagt Rohloff (77) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), „So, wie wir abgestiegen sind, das war schon peinlich!“

Die Kameradschaft sei trotz aller Niederlagen aber bestens gewesen. „Wir haben irgendwann gesagt: Wenn wir schon ständig verlieren, dann haben wir wenigstens Spaß dabei. Vor dem Training hat der Horst Szymaniak (Mitspieler – d. Red.) die Mannschaft schon mal auf ein Glas Portwein eingeladen. Dazu gab es Curryfrikadellen.“ Der 77-Jährige weiter: „Sportlich war das ein Totaleinbruch. Aber kameradschaftlich war das erste Sahne!“

Erst am 33. Spieltag feierte Tasmania damals den zweiten Saisonsieg, gegen den Abstiegskonkurrenten Borussia Neunkirchen. In der Halbzeit, berichtete Rohloff dem RND, sei den Tasmania-Spielern jeweils 500 Euro von Neunkirchen geboten worden, wenn sie das Spiel verlieren würden. Rohloff und Co. lehnten ab. „Da muss mehr kommen“, hätten sie damals gesagt. „Dazu waren die Neunkirchner aber nicht bereit. Also haben wir das Spiel gewonnen und sie mit hinunter in die zweite Liga genommen.“