English
Menü

SPD-Vize Schäfer-Gümbel fordert „digitales Godesberg“

Die SPD braucht nach Meinung ihres stellvertretenden Bundesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel einen programmatischen Neuanfang in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung.

„Sozialstaat und Digitalisierung müssen in einer veränderten Arbeitswelt zusammenpassen. Wir brauchen so etwas wie ein digitales Godesberg“, sagte Schäfer-Gümbel in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, RND, mit Blick auf das Grundsatzprogramm von 1959, in dem sich die Nachkriegs-SPD mit der sozialen Marktwirtschaft versöhnte. Für die SPD bedeutete das eine Rückbesinnung auf ihre Gründungsgeschichte, schließlich sei die SPD als Partei der Arbeiter, aber auch des Handwerks, also der Freiberufler entstanden. Dafür müsse die Sozialdemokratie eine „neue Vision“ entwickeln. Eine Verengung auf die Sozialstaatspartei werde der SPD nicht gerecht.

Erfreut zeigte sich der stellvertretende Parteivorsitzende, dass mit Martin Schulz nunmehr ein Kanzlerkandidat für die SPD antrete, der nichts mit der „Agenda 2010“ zu tun habe. „Das ist definitiv ein Vorteil mit Blick auf Aufbruch und Neuaufstellung.“ Mit einem solchen Kandidaten könne seine Partei wieder beginnen, sich mit sich selbst zu versöhnen.

Als „völlig falsch“ bezeichnete Schäfer-Gümbel das von Sigmar Gabriel gezeichnete Bild, wonach er als Chef am Hochseil gehangen habe, während der Rest der Partei von unten zugesehen habe. Gerade in den letzten Monaten habe die SPD in ihrer Führung „ein Höchstmaß an Solidarität und Geschlossenheit gezeigt“, sagte Schäfer-Gümbel.