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"Spiegel"-Kritiker für lockeren Umgang mit Brecht-Erbe

Der "Spiegel"-Literaturkritiker Volker Weidermann erhofft sich nach dem Tod der Brecht-Tochter Barbara Brecht-Schall eine Lockerung im Umgang mit dem Erbe des großen deutschen Dichters.

Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, zu dem mehr als 30 Tageszeitungen gehören, sagte Weidermann: "Texte sind nur dann stark, wenn man frei mit ihnen umgehen kann. Klassiker funktionieren am besten, wenn sie lebendig sind, wenn man sie modernisieren und in unsere Zeit transferieren darf. Dafür ist ein eigenständiger Umgang mit den Texten überlebenswichtig – auch für die Erinnerung an den Schriftsteller."

Weidermann wird ab Oktober die Neuauflage der ZDF-Sendung "Das Literarische Quartett" leiten. Sie wird im Foyer des Berliner Ensembles aufgezeichnet, der langjährigen Wirkstätte Bertolt Brechts. Brecht-Schall hatte zuletzt eine Castorf-Inszenierung von Brechts Stück "Baal" verbieten lassen, weil der Regisseur dem Original Fremdtexte beigemischt hatte.