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Steinmeier verschärft den Ton gegenüber Russland

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sieht keine Rechtfertigung Moskaus dafür, Aleppo „in Schutt und Asche zu legen“.

Der Bundesaußenminister verschärft seine Kritik am militärischen Vorgehen Russlands in Syrien. Den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) sagte Steinmeier, es gebe in Moskau sicher die Sorge, dass sich ein radikalisierter Islam vom Mittleren Osten über Zentralasien auch nach Russland ziehe. „ Aber wenn ich mir ansehe, was in Aleppo geschieht, dann kann ich nur sagen: Selbst wenn sich dort noch Hunderte oder meinetwegen auch tausend oder mehr Bewaffnete der Al Nusra befinden, ist das immer noch keine Rechtfertigung dafür, die Stadt mit ihren Hunderttausenden Bewohnern in Schutt und Asche zu legen.“

Steinmeier unterstrich, eigentlich müsse auch Russland wissen, dass es keine militärische Lösung für Syrien geben kann. „Es wird weiter reichlich Waffen und Kämpfer geben, die Widerstand leisten und nicht zulassen werden, dass das Assad-Regime die Zukunft des Landes bestimmt.“  

Trotz der jüngsten Konflikte zwischen Russland und den USA sieht Steinmeier die Welt nicht in einem neuen Kalten Krieg. „Eine direkte Parallele zu ziehen, wäre eine zu starke Vereinfachung“, sagte er in dem Interview. Die Welt des Kalten Krieges sei zweigeteilt gewesen: Die Staaten hörten entweder auf Washington oder auf Moskau, die roten Linien seien für beide Seiten klar gewesen. „Die Welt, in der wir uns heute bewegen, ist um einiges komplizierter und unberechenbarer geworden.“