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Steuergewerkschaft: Einkommensmillionäre besser kontrollieren – „massive Gerechtigkeitsprobleme“

Die Deutsche Steuergewerkschaft hat Bund und Länder aufgefordert, Hochverdiener und Einkommensmillionäre mindestens so scharf zu kontrollieren wie normale lohnsteuerpflichtige Arbeitnehmer.

Gewerkschaftschef Thomas Eigenthaler beklagte im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, RND, „massive Gerechtigkeitsprobleme bei der Überprüfung von ‚Einkommensmillionären‘“.

Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums haben die Finanzbehörden im Jahr 2015 die Summe der Steuernachforderungen bei Einkommensmillionären um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern können – und das trotz weniger Steuerprüfungen. Als Einkommensmillionäre gelten Steuerpflichtige, die über 500 000 Euro aus Einkünften versteuern müssen.  Gewerkschaftschef Eigenthaler kritisierte: „Lohneinkünfte und Rentenbezüge werden bis auf den letzten Euro elektronisch an das Finanzamt gemeldet und geprüft, während Hochverdiener mit Einkünften über 500 000 Euro nur alle sechs bis sieben Jahre mit einer umfassenden Steuerprüfung rechnen müssen.“ Noch gravierender seien die Vollzugsdefizite im unternehmerischen Bereich. Hier würden jährlich nur 2,4 Prozent aller Betriebe geprüft. „Mit dem derzeitigen Überprüfungssystem wird Steuergerechtigkeit auf den Kopf gestellt“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende.