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Terroropfer Shalev: "Sicherheit ist nur eine Illusion"

Die israelische Schriftstellerin Zeruya Shalev glaubt, dass die Terroranschläge von Paris das Sicherheitsgefühl in Europa nachhaltig gestört haben

"Selbst hier in Europa, wo der Terror bislang nicht zum Alltag gehörte, kann man jederzeit zum Opfer werden", erklärte die 56-Jährige im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Zeitungen angehören. Die Bilder von Paris gäben ihr das Gefühl, "dass Sicherheit nur eine Illusion" sei. "Es macht mich sehr traurig, darüber nachzudenken, dass diese jungen Männer es vorzogen, sich selbst und andere umzubringen, statt ein glückliches Leben mit ihren Familien zu führen", sagte die Schriftstellerin, die 2004 selbst einen Terroranschlag in Jerusalem nur knapp überlebt hat. 

Angetrieben von extremen Fanatikern glaubten die Attentäter, sie töteten im Namen Gottes. "Das ist krank." Shalev hofft, dass die französische Gesellschaft besonnen auf die Bedrohung reagiert. "Frankreich muss einen Weg finden, um sich vor diesen grausamen und verrückten Terroristen zu schützen, ohne die moderaten muslimischen Bürger zu verletzen."

Shalev gilt als eine der wichtigsten Schriftstellerinnen Israels. In ihrem neuen Roman "Schmerz" beschreibt sie die Folgen eines Terroranschlages auf das Leben der Überlebenden. "Ich habe am eigenen Leib erfahren, auf wie vielen Ebenen solch ein Anschlag sich auswirkt. Ein traumatisches Ereignis wie dieses kann eine Familie enger zusammenschweißen, die Mitglieder aber auch voneinander entfremden", sagte die Schriftstellerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.