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VW wusste früher von auffälligen Messwerten

Ein hochrangiger US-Manager von Volkswagen hat den Ärger um die Abgaswerte offenbar sehr früh kommen sehen. Das geht aus Informationen des RedaktionsNetzwerk Deutschland hervor.

Bislang hat VW öffentlich erklärt, dass am 23. Mai 2014 eine Notiz an Martin Winterkorn gegangen sei, die den damaligen Konzernchef über eine Studie der US-Umweltorganisation ICCT informierte. Ob Winterkorn diese Nachricht gelesen hat, ist nach Angaben des Konzerns unklar.

Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) liegen jetzt Informationen vor, nach denen bei VW schon wesentlich früher die Alarmglocken schrillten. Am 31. März 2014 präsentierte das International Council on Clean Transportation (ICCT) an der West Virginia University erstmals öffentlich diejenigen Messergebnisse, die später den Diesel-­Skandal ins Rollen bringen sollten. Allerdings wurden zu diesem Zeitpunkt noch nicht die betroffenen Autohersteller und Marken genannt.

Nur etwa eine Woche später, am 8. April 2014, ging bei ICCT-Mitarbeiter Francisco Posada eine E-Mail ein. Absender: Stuart Johnson, VW-Generaldirektor USA und in dieser Funktion verantwortlich für die technische Entwicklung der VW-Fahrzeuge sowie die Einhaltung von Umweltauflagen auf dem nordamerikanischen Markt.

In dieser E-Mail wollte Johnson explizit wissen, ob es sich bei den getesteten und auffälligen Fahrzeugen um einen VW Jetta und einen VW Passat handelt. Posada bestätigte dies in einer Antwort-Mail an Johnson und fragte ihn nach möglichen Erklärungen für das beobachtete ungewöhnliche Verhalten der Fahrzeuge – sie hatten auf der Straße deutlich schlechtere Abgaswerte gezeigt als auf dem Prüfstand. Auf diese E-Mail antwortete der VW-Manager nicht mehr.

Johnson rückte erst wieder am 18. September 2015 in den Fokus der Öffentlichkeit. Er war einer von zwei Adressaten eines Schreibens der kalifornischen Umweltagentur (CARB), in dem die US-Behörde den Skandal erstmals publik machte.