English
Menü

Wehrbeauftragter sieht Mängel bei Einsatz in Mali

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, beklagt Probleme beim Bundeswehreinsatz in Mali.

Es gebe eine mangelhafte Wasserversorgung für die Truppe sowie Koordinierungsmängel bei der Abstimmung der militärischen und zivilen Hilfsmissionen, sagte Bartels dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Bartels verwies darauf, dass die Stabilisierungsmission in Goa im Norden von Mali  den „gefährlichsten Einsatz der Vereinten Nationen“ darstelle. Die deutschen Soldaten seien gut ausgerüstet und ausgebildet. Die Sicherung der Luftbeweglichkeit sei am Rande der Wüste von existenzieller Bedeutung. Allerdings gebe es Probleme „unter anderem mit der sehr knappen Trink- und Brauchwasserversorgung“, meinte Bartels.

Befürchtungen, der Unterstützungseinsatz in Mali könnte sich ähnlich ungewiss wie der Afghanistan-Einsatz entwickeln, wies Bartels zurück. Mali sei anders. „Aber aus den Erfahrungen des internationalen Afghanistan-Engagements kann man lernen, wie wichtig eine zentrale Führung oder wenigstens Koordination der unterschiedlichen militärischen und zivilen Hilfsmissionen im Land wäre.“ Die Bundeswehrsoldaten bräuchten für den Mali-Einsatz zwar kein klar benennbares End- und Zieldatum. „Wichtig ist aber ein Plan, ist eine realistische gemeinsame Strategie der internationalen Helfer.“

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen besucht in dieser Woche die Soldaten in Mali. Sie möchte, dass der Bundestag im Januar das deutsche Mali-Kontingent auf rund 1000 Soldaten aufstockt. Innerhalb der Bundesregierung ist die militärische Begleitung des Afrika-Engagements aber  umstritten. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat nach RND-Informationen intern davor gewarnt, eine Lösung der humanitären und ökonomischen Schwierigkeiten vom Einsatz immer weiterer Soldaten zu erwarten.