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Weil schließt weitere Rückschläge bei der Aufklärung der VW-Abgasaffäre nicht aus

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schließt bei der Aufklärung der VW-Abgasaffäre weitere Rückschläge nicht aus.

In einem Interview mit den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland sagte Weil, er erwarte in diesem Jahr „eine weitere Stabilisierung und Stärkung von VW, aber auch leider noch Rückschläge mit abnehmender Tendenz, wie ich hoffe.“ Das Land Niedersachsen ist Anteilseigner bei VW, Weil sitzt im Aufsichtsratspräsidium des Konzerns.

Weil hielt dem früheren Konzernchef und VW-Großaktionär Ferdinand Piëch vor, er habe „Behauptungen in den Raum gestellt, ohne den Hauch eines Beleges“. Piëch soll nach Medienberichten gegenüber der Staatsanwaltschaft erklärt haben, er habe das VW-Aufsichtsratspräsidium bereits im Februar 2015 über Dieselgate und die Schummelvorwürfe unterrichtet  - und nicht erst, wie von den Betroffenen bekundet, erst im September 2015. 

„Es kann doch nicht sein, dass diejenigen, die Gegenstand einer solchen Beschuldigung sind, dann anschließend ihre Unschuld beweisen müssen“, sagte Weil in dem Interview. Auf die Frage, ob er zu einer eidesstattlichen Versicherung über Zeit und Umfang seines Kenntnisstandes in Sachen Dieselgate bereit sei, antwortete Weil: „Das ist auch gar nicht nötig, ich mache in der nächsten Woche eine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss in Berlin.“

Er hoffe sehr, dass Piëch „weder den Konzern, noch mich oder die anderen Aufsichtsratsmitglieder beschädigen wird“. Aber es werde immer klarer, dass an seinen Aussagen nichts dran sei. Dennoch sei die jetzige Diskussion für alle Beteiligten höchst unangenehm. „Es entspricht der Lebenserfahrung, dass leider immer etwas hängen bleibt, auch wenn an Vorwürfen nichts dran ist.“