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Weißgerber fordert Orden für Volkskammerabgeordnete

Die Volkskammerabgeordneten, die am 23. August 1990 den Beschluss zur Wiedervereinigung gefasst haben, sollen die höchste staatliche Auszeichnung, den Bundesverdienstorden, erhalten. Das fordert der frühere DDR-Bürgerrechtler und ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Gunter Weißgerber.

Außerdem sollten der Bundespräsident und der Bundestagspräsident dafür sorgen, dass dieses historische Ereignis auf dem Weg zur Wiedervereinigung zukünftig in einem würdevollen Rahmen gefeiert wird. Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören, appellierte Weißgerber an Bundespräsident Joachim Gauck: "Ich bitte Sie, die Volkskammerabgeordneten, die mit ihrem Votum am 23. August 1990 die Einheit in Freiheit beschlossen und damit die Ergebnisse der Friedlichen Revolution vor der Rückabwicklung sicherten, mit dem Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland zu ehren."

Ausgenommen sollten davon ehemalige Volkskammerabgeordnete sein, die mit dem ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit oder dem sowjetischen KGB zusammengearbeitet hatten. Zudem bittet Weißgerber Gauck und Bundestagspräsident Norbert Lammert darum, Sorge dafür zu tragen, dass "dieses Datum als ein hohes staatliches Gut behandelt und nicht länger zufällig oder beliebig behandelt" wird.

Wenn am 23. August dieses Jahres nicht die Ostbeauftragte der Bundesregierung im Rohbau des Berliner Humboldtforums eine Feierstunde organisiert hätte, wäre vermutlich einer der großen Momente der deutschen Wiedervereinigung sang- und klanglos untergegangen. "Ausrichter der Ehrung der Volkskammerabgeordneten und ihres Beschlusses zum Beitritt hätte zumindest der Deutsche Bundestag sein müssen, aber auf gesamtdeutscher Ebene stünde auch der Bundespräsident in Verantwortung."