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Werner Hoyer fordert mehr Einsatz gegen Jugendarbeitslosigkeit

Der Chef der Europäischen Investitionsbank, Werner Hoyer, fordert Europas Staats- und Regierungschefs zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit auf.

„Die Wirtschaft Europas mag aus der Talsohle herausgefunden haben, aber die Jungendarbeitslosigkeit bleibt enorm hoch und wird wohl weiter zunehmen“, sagte Hoyer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Der Volkswirt sprach von einem „sozialen Sprengstoff, dessen zerstörerische Kraft unterschätzt wird“ und warnte vor den politischen Auswirkungen: „Demnächst stehen in mehreren EU-Ländern Wahlen an – die Jugendarbeitslosigkeit wird ein Faktor sein. Überzeugende Perspektiven für Junge sind die beste Antwort auf die schrecklichen Vereinfachungen der Populisten“, sagte Hoyer dem RND.

Die Europäische Investitionsbank hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 36 Milliarden Euro für Unternehmen bereitgestellt, die sich zur Schaffung dauerhafter Arbeitsplätze für Jugendliche verpflichten. Weitere neun Milliarden Euro flossen in Qualifizierungsmaßnahmen. „Aber wir brauchen von Politik und Privatwirtschaft mehr Anstrengungen in den Krisenregionen“, forderte Hoyer. Der Bundesrepublik komme hier eine besondere Verantwortung zu. „Europa basiert auf dem Prinzip der Solidarität und der Kohäsion“, betonte Hoyer und mahnte: „Wir Deutschen sollten uns den selbstgefälligen Blick auf Europas Süden abgewöhnen.“

Derzeit sind 21 Millionen EU-Bürger arbeitslos gemeldet, darunter mehr als vier Millionen Menschen unter 25 Jahren.