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„Wir müssen gemeinsam und pragmatisch handeln“

Auf der UN-Klimakonferenz in Paris suchen mehr als 150 Staats- und Regierungschefs einen Weg, um die Erderwärmung zu stoppen. Die USA drängen auf ein effektives Abkommen. Ein Gastbeitrag von US-Botschafter John B. Emerson.

Die Vereinigten Staaten haben bedeutsame Schritte gegen den Klimawandel eingeleitet und unterstützen andere Länder dabei, dasselbe zu tun. Seit Beginn der Amtszeit von Präsident Barack Obama haben die Vereinigten Staaten ihren Kohlendioxidausstoß verringert, die Gewinnung von Windenergie verdreifacht und die von Solarenergie um das Zwanzigfache gesteigert.

Wir haben strenge Treibstoffstandards eingeführt, damit unsere Autos weniger Benzin verbrauchen, wir haben die Energieeffizienz erhöht und Land- und Wasserflächen historischen Ausmaßes für zukünftige Generationen unter Schutz gestellt. Zugleich ist die US-Wirtschaft gewachsen und hat bewiesen, dass Wachstum nicht untrennbar mit Kohlendioxidemissionen verbunden ist.

Beim Klimagipfel in Paris werden die Vereinigten Staaten auf ein effektives Abkommen drängen, das allen Ländern weiterhin ehrgeizige Maßnahmen gegen den Klimawandel abverlangt und gleichzeitig anerkennt, wie unterschiedlich sie sind. Es sollte einen langfristigen Rahmen schaffen, der hohe Transparenzstandards und eine Rechenschaftspflicht beinhaltet und an die Länder appelliert, ihre Ziele mit der Zeit immer höher zu stecken.

Und es sollte Ländern, die darauf angewiesen sind, finanzielle und technische Unterstützung für emissionsarme Entwicklung und die Anpassung an den Klimawandel bieten. Wir danken Deutschland, dem Gastgeber des diesjährigen G7-Gipfels, dafür, dass es den Klimawandel auf die G7-Agenda gesetzt hat und im Kampf gegen den Klimawandel eine internationale Führungsrolle übernimmt.

Während des deutschen G7-Jahres haben wir zusammengearbeitet, um Paris zu einem Erfolg zu machen. Als Geste des guten Willens haben wir uns gemeinsam verpflichtet, bis 2025 die Umweltverschmutzung durch Kohlendioxid im Vergleich zu 2005 um 26 bis 28 Prozent zu senken. Wir haben, und das ist vielleicht das Wichtigste, ein langfristiges Konzept formuliert, wie wir unsere Volkswirtschaften bis zum Ende des Jahrhunderts kohlenstoffärmer machen können.

Damit zeigen wir den anderen Ländern, dass wir im Kampf gegen den Klimawandel ehrgeizige Ziele verfolgen. Wenn sich führende Politiker und Vertreter beinahe aller Länder dieser Erde versammeln, ist das eine historische Gelegenheit, um ein weitreichendes und dauerhaftes Klimaschutzabkommen zu schaffen.

Wir haben den politischen Willen und breite Unterstützung, aber wir müssen gemeinsam und pragmatisch agieren, um eine Einigung zu erreichen. Wir müssen jetzt handeln – für einen strahlend blauen Himmel heute und mehr Sicherheit morgen

Zur Person

Foto: US-Botschafter John B. Emerson

John B. Emerson ist seit August 2013 Botschafter der USA in der Bundesrepublik Deutschland. Zuvor war er von 1997 bis 2013 Präsident der Investmentgesellschaft Capital Group Private Client Services und von 1993 bis 1997 hochrangiger Mitarbeiter im Stab von US-Präsident Bill Clinton.