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Zentralrat der Armenier lobt geplante Bundestagsresolution

Der Zentralrat der Armenier in Deutschland sieht in der geplanten Bundestags-Resolution zur Anerkennung des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich ein wichtiges Signal.

„Die Türkei muss zur Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte gezwungen werden. Die Resolution trägt dazu bei“, sagte die Vorsitzende des Zentralrats, Jaklin Chatschadorian, dem  RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die professionalisierte Leugnungspolitik des türkischen Staates und zuweilen auch der türkischen Gemeinschaft in der Türkei wie in Deutschland bekommt vom Bundestag den Spiegel vorgehalten“, sagte Chatschadorian. Bis heute würden die Opfer der Massaker als Lügner diffamiert und mitsamt ihrer Vorfahren verleumdet.

Die Zentralratsvorsitzende Chatschadorian betonte die besondere Verantwortung Deutschlands in dieser Frage: „Der Genozid an den Armeniern ist auch Teil der deutschen Geschichte. Das Kaiserreich war Bündnispartner des Osmanischen Reiches und leistete ihm militärischen Beistand. Es wusste um die Deportationen und Massaker und hat sie geduldet.“ 

Der Bundestag wird am Donnerstag über eine von Union, SPD und Grünen eingebrachte Resolution über die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich vor 101 Jahren abstimmen. Darin werden die Tötungen als Völkermord eingestuft. Die türkische Staatsführung protestiert heftig dagegen.