English
Menü

Deutscher Metallindustrie in Sorge wegen Trump

Die Ankündigung der US-Regierung, nach den Strafzöllen auf Stahlimporte auch die Aluminium-Einfuhren in die Vereinigten Staaten ins Visier zu nehmen, hat in der deutschen Metallindustrie große Besorgnis ausgelöst.

„Wenn die Regierung Trump in dem Tempo weitermacht, droht uns ein globaler Handelskrieg nach der Devise Auge um Augen und Zahn und Zahn“, sagte Thomas Reuther, Präsident des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Das würde am Ende allen Volkswirtschaften schaden – vor allem aber den Amerikanern selbst“, fügte Reuther hinzu. „Denn am Ende sind es die US-Konsumenten, die die höheren Preise bezahlen müssen.“

US-Handelsminister Wilbur Ross hatte am Mittwoch eine Überprüfung angekündigt, ob die Einfuhr von Aluminium Arbeitsplatzverluste in den USA verursache oder negative Auswirkungen auf die Staatseinnahmen habe. Auch die nationale Sicherheit könne bedroht sein, schließlich werde Aluminiumwerde auch bei der Herstellung von Kampfjets verwendet, so Ross.

„Den Rohstoff Aluminium als militärisch relevantes Gut einzustufen, ist kompletter Unsinn“, sagte dazu VDM-Chef Reuther. „Relevant für das US-Militär sind höchstens Spezial-Legierungen, die ohnehin von heimischen Unternehmen hergestellt werden“, so Reuther, der auch Vorstand des größten deutschen Aluminiumproduzenten Trimet mit Sitz in Essen ist.

Besonders ärgern sich die deutschen Unternehmen darüber, dass nun ausgerechnet die USA protektionistische Maßnahmen beschließen, wo doch gerade die Amerikaner stets das hohe Lied des freien Handels gesungen hätten. „Dass in der US-Metallindustrie viele Jobs verlorengegangen sind, liegt nicht primär an der ausländischen Konkurrenz“, so Reuther. „Es liegt vor allem daran, dass amerikanische Unternehmen jahrzehntelang die  Verantwortung für ihre Mitarbeiter, sondern nur das Wohl ihrer Aktionäre im Blick hatten – und deshalb Arbeitsplätze in Niedriglohnländer verlegt haben.“