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Zypries fordert „massive Investitionen“ in Netzausbau und Bildung

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat massive Investitionen in Bildung und digitale Infrastruktur gefordert, um Deutschland fit für den digitalen Wandel zu machen.

„Politik muss mehr investieren - in Aus- und Weiterbildung und in Infrastruktur“, sagte Zypries dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Massive Investitionen in die Netze sind nötig, um uns auf den Weg in die Gigabitgesellschaft zu bringen“, forderte die Ministerin. „Schätzungen gehen von bis zu 100 Milliarden Euro bis 2025 aus“, fügte sie hinzu. „Dass derzeit nicht einmal die Hälfte der Berufsschulen über funktionierendes WLAN verfügt, zeigt, wie groß der Nachholbedarf im Schulbereich ist“, so Zypries weiter. Beim schnellen Internet liege Deutschland derzeit im internationalen Vergleich nur auf Platz 26.

Auf die Frage, wo das Geld für den Ausbau herkommen solle, sagt Zypries: „Das meiste davon wird der Bund aufbringen müssen.“ Sie plädierte dafür, einen „Zukunftsinvestitionsfonds Digitalisierung“ als Sondervermögen des Bundes einzurichten. „Das Geld ist gut investiert“, so Zypries. „Sparen an der falschen Stelle, kommt uns am Ende deutlich teurer zu stehen.“

Zu der Debatte, wie viele Arbeitsplätze durch die Digitalisierung bedroht seien, sagte die Ministerin: „Aus meiner Sicht sind die meisten Prognosen über ein Ende der Arbeit stark übertrieben.“ Obwohl die Digitalisierung voranschreite, habe sich die Zahl der Erwerbstätigen im vergangenen Jahr auf insgesamt 43,5 Millionen erhöht, so Zypries weiter. „Die Arbeit wird uns auf absehbare Zeit nicht ausgehen.“

Zypries warb dafür, die Digitalisierung auch als Chance zu begreifen – vor allem im Hinblick auf die demographische Entwicklung und den Fachkräftemangel. „2030 werden wir 6,3 Millionen weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter haben als 2010. Die Digitalisierung kann helfen, diese Lücke zu schließen“, so die Ministerin.