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Kosslick hält weitere #MeToo-Enthüllungen für möglich

Die „MeToo“-Debatte beschäftigt die kommende Berlinale: „Eine Komödie, in der der Chef die Sekretärin bedrängt, hatte keine Chance bei unserer Filmauswahl“, sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Samstagsausgaben).

Während der Berlinale hält Kosslick unangenehme Überraschungen bei Filmkünstlern durchaus für möglich: „Wir zeigen 400 Filme. Da kann sich schon herausstellen, dass der eine oder andere ein schlimmer Finger ist. Zumindest haben wir keinen Film ins Programm genommen, an denen Leute beteiligt waren, die Missbrauch zugegeben haben.“

Im Nachhinein ist Kosslick froh, dass er nie einen Film von dem mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Woody Allen im Programm hatte: „Mein ganzes Festivalleben wollte ich einen Woody Allen spielen. Er hat mir nie einen angeboten. Und vielleicht war das gut so“, so Kosslick. Der größte Unsympath, der ihm je in Hollywood begegnet ist, war Harvey Weinstein: „Er wollte Produktionen mit der Ansage ins Programm drücken: Entweder Du nimmst den Film, oder Du kriegst nie wieder einen von mir.“ Er habe deshalb den Kontakt mit Weinstein schon vor Jahren abgebrochen, sagte Kosslick dem RND.

Mit Veranstaltungen unter dem Titel „Diversity“ will sich die Berlinale (15. bis 25. Februar) mit den Themen Diskriminierung und Missbrauch auseinandersetzen.