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Langzeitarbeitslose finden nur selten regulären Job

Trotz Job-Boom finden Langzeitarbeitslose nur selten einen regulären Job. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im vergangenen Jahr zwar deutlich zurückgegangen – aber nur jeder Achte, der nicht mehr in der Statistik gezählt wurde, fand auch eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Das geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Samstagausgaben).

Demnach ist die Zahl derer, die mehr als ein Jahr ohne Job waren und damit als Langzeitarbeitslose gezählt wurden, im Jahr 2017 auf im Schnitt 900 745 zurückgegangen. Das entspricht einem Minus von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 1,34 Millionen Fällen fielen Langzeitarbeitslose im vergangenen Jahr aus der Erwerbslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit heraus, allerdings in nur 162 192 Fällen wegen eines regulären Jobs. Der überwiegende Teil der Langzeitarbeitslosen wurde aus der Statistik wegen Arbeitsunfähigkeit, Teilnahme an Maßnahmen, Ausscheiden aus dem Erwerbsleben oder Sonderregelungen gestrichen.  

„Eine neue Bundesregierung muss endlich die Realität zur Kenntnis nehmen und deutlich mehr für die vielen langzeiterwerbslosen Menschen tun“, sagte Linken-Arbeitsmarktexpertin Zimmermann dem RND. „Eine Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik ist dringend notwendig.“ Es müssten ausreichend Gelder zur Unterstützung bereitgestellt werden: „Wir fordern die Einrichtung eines öffentlichen geförderten Beschäftigungssektors mit 200 000 voll sozialversicherungspflichtigen existenzsichernden Arbeitsplätzen.“