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„Steigende Belastungen im Alter dürfen nicht zur sozialen Frage werden”

Der künftige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor steigenden Belastungen für privat Krankenversicherte. „Wir stellen fest, dass innerhalb der Privaten Krankenversicherung immer mehr Menschen im Verhältnis zu ihren Einkommen sehr hohe Beiträge zahlen müssen”, sagte Spahn dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Dienstagausgaben).

Außerdem gebe es wegen der niedrigen Zinsen Probleme mit den Kapitalrücklagen. „Wir müssen verhindern, dass für einen einfachen Polizisten stark steigende Beiträge im Alter zu einer sozialen Frage werden”, so der CDU-Politiker. „Die Private Krankenversicherung hat massiven Reformbedarf.”

Spahn sagte, die Entscheidung für eine private Krankenversicherung sei eine Lebensentscheidung. „Wenn man sich einmal festgelegt hat, ist ein Wechsel in späteren Jahren schwerer als eine Scheidung”, sagte der 37-Jährige. „Wer immer höhere Beiträge zu zahlen hat, kommt im Alter sicherlich ins Grübeln.”

 

Die Interview-Passage im Wortlaut:

RND: Können Sie jungen Menschen noch mit gutem Gewissen empfehlen, sich privat zu versichern?

Spahn: Das hängt sehr von der individuellen Situation ab. Es ist eine Lebensentscheidung. Wenn man sich einmal festgelegt hat, ist ein Wechsel in späteren Jahren schwerer als eine Scheidung. Wer immer höhere Beiträge zu zahlen hat, kommt im Alter sicherlich ins Grübeln.

RND: Halten Sie die Private Krankenversicherung für ein Auslaufmodell?

Spahn: Die Private Krankenversicherung hat massiven Reformbedarf. Der Vorwurf lautet ja immer, mit der PKV hätten sich die Gesunden, Reichen und Schönen entsolidarisiert. Aber die Debatte hat sich längst verändert. Wir stellen fest, dass innerhalb der Privaten Krankenversicherung immer mehr Menschen im Verhältnis zu ihren Einkommen sehr hohe Beiträge zahlen müssen. Außerdem gibt es wegen der niedrigen Zinsen Probleme mit den Kapitalrücklagen. Wir müssen verhindern, dass für einen einfachen Polizisten stark steigende Beiträge im Alter zu einer sozialen Frage werden.