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Gysi würde nicht noch einmal SED-Chef werden

Gregor Gysi, langjähriger Spitzenpolitiker der Linken und ihrer Vorgängerparteien, würde nicht noch einmal den Vorsitz einer Partei wie der SED übernehmen.

„Ich würde heute auf die Frage vom Dezember 1989, ob ich Vorsitzender der Partei werden will, mit Nein antworten“, sagte Gysi dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwochausgaben). „Die Anfeindungen und die Ablehnung durch eine Mehrheit der Bevölkerung, der politischen Klasse und von vielen Medienleuten haben mich in den ersten Jahren ein paar Lebensjahre gekostet. Es war sehr hart“, erinnert sich der Bundestagsabgeordnete und Präsident der Europäischen Linken, der am 16. Januar 70 Jahre alt wird.

„Mich befriedigt heute, dass es uns –  auch mit Hilfe von Oskar Lafontaine – gelungen ist, die Linke in Deutschland zu etablieren. Somit lebt es sich für mich inzwischen weitaus angenehmer als am Anfang.“

Gysis Rat an Politiker: „Wenn man sich in der ersten Reihe der Politik bewegt, nimmt man sich einfach zu wichtig. Noch einen Termin und noch einen Termin. Man vernachlässigt Freunde und Familie. Irgendwann bezahlt man dafür. Und ich habe dafür bezahlt. Mein Rat also: Passt auf, nehmt euch nicht zu wichtig!“